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1949 sagte er, du würdest von deinem Handy abhängig sein.
Norbert Wiener, ein Mathematiker und Philosoph, entwickelte in den 1940er Jahren das Konzept der Kybernetik. Kybernetik ist die Wissenschaft der Regelung und Kommunikation bei Mensch und Tier. Seine Arbeit wurde von den Flugabwehrsystemen des Zweiten Weltkriegs inspiriert, die Rückkopplungsschleifen nutzten, um Ziele vorherzusagen und sich an diese anzupassen. Derselbe Grundsatz wird heute in Technologien angewandt, die Menschen an ihre Geräte binden. Wieners entscheidende Erkenntnis war, dass Systeme, die ihre vergangenen Handlungen zur Steuerung zukünftiger Handlungen nutzen, sich anpassen können. Seine Bücher "Cybernetics" und "The Human Use of Human Beings" führten diese neue Wissenschaft ein und warnten vor ihrem Potenzial, die Gesellschaft rasch zu verändern. Er identifizierte drei Kernwahrheiten: Metriken werden Realität, Geschwindigkeit prägt die Kontrolle und jedes System ist ein moralisches System. Metriken, wie die auf Fitness-Trackern oder Social-Media-Feeds, erzwingen die Ziele, für deren Erreichung sie konzipiert wurden. Schnellere Rückkopplungsschleifen ermöglichen es Systemen, Verhalten vorherzusehen und zu beeinflussen, bevor Einzelpersonen bewusst reagieren können. Wiener betonte, dass alle Systeme von Natur aus moralisch sind und die Werte und Prioritäten ihrer Designer widerspiegeln. Diese adaptiven Systeme bestimmen, was gemessen wird, wer davon profitiert und wie schnell sich Veränderungen vollziehen. Seine Warnungen aus Jahrzehnten beschreiben heute treffend die automatisierte Welt und den allgegenwärtigen Einfluss von Rückkopplungsschleifen. Wieners Vermächtnis unterstreicht die dringende Notwendigkeit, die ethischen Auswirkungen des technischen Designs zu berücksichtigen.