Whoopi Goldberg: Live-Kritik – wie das Lesen des Facebook-Profils eines Boomer-Verwandten
Hammersmith Apollo, London. Der mit dem EGOT ausgezeichnete Schauspieler präsentiert in einer anspruchslosen Show halbfertige Gedanken über Themen von Alterung bis KI.
Zu Beginn eines Abends mit liebenswürdigem Geplänkel verkündet Whoopi Goldberg, dass sie nicht beabsichtigt, über all die schrecklichen Dinge zu sprechen, die in der Welt geschehen. Aus dem Publikum, das sich nicht scheut, Zwischenrufe einzustreuen (wenn auch meistens mit Variationen von "Wir lieben dich!"), kommt ein ungebetenes Plädoyer, sich mit einem solch brisanten Thema auseinanderzusetzen: dem aktuellen US-Präsidenten. Goldberg zuckt nicht zusammen. "Es ist schlimmer als das", sagt sie. "Ich werde 70."
So beginnt ein anspruchsloses Programm, das oft wie ein Ableger von "Grumpy Old Women" wirkt und den Titel von Goldbergs Buch von 2010 "Is It Just Me? Or Is It Nuts Out There?" widerspiegelt. Der mit dem EGOT ausgezeichnete Schauspieler, Moderator von The View und Urgroßmutter äußert halbfertige Gedanken über alles von Alterung und KI ("Fuck Alexa") bis hin zu ungezogenen Kindern (eines drohte sie einst zu essen). Sie ist scharfzüngig, wenn es um das Unbehagen geht, sich zu "irgendeinem Kind" im Alter von 60 Jahren hingezogen zu fühlen, wobei sie sich Sorgen macht, nicht als "Cradle-Snatcher" (junge Geliebte) sondern als "Grabräuberin" abgestempelt zu werden. Andere Momente, wie eine Warnung, wie man sich von der Weitergabe persönlicher Informationen über Mobiltelefone abmeldet, sind wie das Lesen der Facebook-Seite eines Boomer-Verwandten.