Achten Sie auf die App: Reagieren europäische Einlagen auf die Digitalisierung?
Die Bankenkrise im März 2023 hat die Diskussionen intensiviert, ob soziale Medien und die Digitalisierung des Finanzwesens zu wesentlichen Faktoren für starke Einlagenabflüsse geworden sind. Wir führen das Konzept der "deposits-at-risk" (gefährdete Einlagen) ein und nutzen Quantilregressionen, um die Bestimmungsfaktoren von gestressten Abflüssen im untersten Bereich der Verteilung zu entwirren. Für eine Stichprobe großer Banken, die direkt von der EZB beaufsichtigt werden, deuten unsere Ergebnisse darauf hin, dass eine verstärkte Nutzung von Online-Banking-Diensten zu einer geringen Verstärkung extremer Einlagenabflüsse führt, dieser Effekt jedoch nicht durch die Verfügbarkeit einer mobilen Banking-App weiter verschärft wird. Online-Banking-Nutzung und die Verfügbarkeit einer mobilen App haben zu normalen Zeiten keinen kausalen Einfluss auf die Einlagenvolatilität. Schließlich sind soziale Medien nur in Einzelfällen von Bedeutung.