Broom Bridge in Dublin, Irland
Am 16. Oktober 1843 unternahm der legendäre irische Wissenschaftler und Mathematiker Sir William Rowan Hamilton einen Spaziergang mit seiner Frau. Als er am Ufer des Royal Canal entlangging, hatte er einen berühmten Eureka-Moment.
Hamilton hatte jahrelang an dem Problem gearbeitet, die Drehungen dreidimensionaler Objekte darzustellen. In einem Geistesblitz entdeckte er die Formel für das algebraische System der Quaternionen und ritzte sie, um sie nicht zu vergessen, mit seinem Taschenmesser in die Brougham Bridge: i² = j² = k² = ijk = -1. Eine Gedenktafel markiert heute die Stelle von Hamiltons mathematischem Graffiti, das inzwischen verblasst ist.
Quaternionen sind ein System vierdimensionaler Zahlen, und ihre Entdeckung wird als "Befreiung der Algebra" von der Vorstellung zugeschrieben, dass alle algebraischen Systeme den Regeln der gewöhnlichen Zahlen folgen sollten. Man kann also behaupten, dass diese Brücke der Geburtsort der modernen Algebra ist. Sie finden auch Anwendung in zahlreichen wissenschaftlichen Bereichen.
Es gibt nur wenige Orte auf der Welt, an denen die genaue Zeit und der Ort einer bahnbrechenden Entdeckung bestimmt werden können. Vielleicht ist das der Grund, warum jedes Jahr am Jahrestag dieses Ereignisses ein Hamilton Walk stattfindet, bei dem Mathematiker und andere Interessierte eine Pilgerreise zu dem Ort unternehmen. Zu den ehemaligen Teilnehmern gehören Nobel- und Fields-Preisträger wie Roger Penrose und Efim Zelmanov.