Der Wagen

Sandy trägt das standardmäßige, kratzige Krankenhaushemd – geöffnet zu ihrem geprellten und krebskranken Hintern – und schlürft herrlich an Eiswürfeln, als wären sie ein Long Island Iced Tea. Sie grinst ihre erschöpfte Tochter an, die in der Nähe sitzt. Diese hat tagelang im Krankenhaus verbracht und im gähnenden, gut abgenutzten Geri-Stuhl am Bett ihrer Mutter geschlafen. Sie schauen wieder Breakfast at Tiffany's, Sandys Lieblingsfilm. Sandy mustert den Arzt, den sie schon lange begehrt, und ihre Tochter verdreht die Augen. In einem Moment wahnsinniger Ausgelassenheit setzt ihre Tochter sie in ihren Rollstuhl, navigiert den neu getauften Streitwagen in den Flur und rennt los, während Sandys Gelächter die Luft mit dringend benötigter Freude erfüllt. Die Krankenschwestern schreien vergeblich. Was zum Teufel macht ihr? Das könnt ihr hier nicht machen! Die beiden Frauen sind außer Atem und brüllen lauthals in Sandys Zimmer, als die Sicherheit ankommt. Wen interessieren ihre albernen Regeln? Sandys Leben ist fragil. Innerhalb eines Monats wird sie nicht mehr sein. Jeder verbleibende Moment ist eine Erinnerung, die darauf besteht, gemacht zu werden.