Diagnostischer Ansatz für COPD
An den Herausgeber Die COPDGene 2025 Diagnosis Working Group und die CanCOLD Investigators schlugen einen multidimensionalen diagnostischen Ansatz für COPD vor, der eine Kategorie ohne Nachweis einer Obstruktion einschließt. In einem begleitenden Editorial fragte Dr. Polverino: „…eine noch tiefere Frage: Wenn die Atemwegsobstruktion für die Diagnose nicht mehr wesentlich ist, sollten wir es dann noch COPD nennen?“ Vor mehr als 50 Jahren wurde der Begriff chronische unspezifische Lungenerkrankung als Oberbegriff vorgeschlagen, der chronische Bronchitis, Asthma, Emphysem und irreversible oder persistierende obstruktive Lungenerkrankungen zusammenfasst. Die COPDGene 2025 Diagnosis Working Group und die CanCOLD Investigators erkannten eine erhebliche klinikopathologische Heterogenität innerhalb der aktuellen Rubrik „COPD“ an. Eine ähnliche Heterogenität besteht innerhalb der Rubrik „Asthma“. Diese klinikopathologischen Heterogenitäten sind in das neue Paradigma für die Behandlung chronischer Atemwegserkrankungen, die sogenannten „treatable traits“, integriert, das eine personalisierte Behandlung auf der Grundlage der individuellen Biologie und nicht der diagnostischen Kategorien vorschlägt. Ich schlage eine noch tiefere Antwort auf die zuvor gestellte tiefe Frage vor: Nennen wir es chronische unspezifische Lungenerkrankung.