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Die Interaktion von makroprudentieller und geldpolitischer Steuerung: Die Rolle der frühzeitigen Aktivierung des gegenzyklischen Kapitalpuffers

Vor dem Hintergrund des sich verändernden globalen makrofinanziellen Umfelds hat die makroprudenzielle Politik innerhalb und außerhalb der Bankenunion zunehmend die proaktive Stärkung der Widerstandsfähigkeit priorisiert. Dieser Artikel argumentiert, dass diese Verlagerung hin zu einer präventiveren Umsetzung der makroprudenziellen Politik ihre Komplementarität zur Geldpolitik verbessert hat. Ein ausreichend widerstandsfähiger Finanzsektor ist unerlässlich, um Konflikte zwischen Preisstabilität und Finanzstabilität auszuschließen, den jeweiligen Hauptzielen der Geld- und der makroprudenziellen Politik, wie im jüngsten Strategiepapier der EZB zur Geldpolitik 2025 hervorgehoben. Ohne ausreichende Widerstandsfähigkeit könnte die Geldpolitik die Finanzstabilität zeitweise negativ beeinflussen, beispielsweise wenn die geldpolitische Ausrichtung über längere Zeiträume sehr akkommodierend bleibt oder innerhalb kurzer Zeit erhebliche Straffungen erfährt. Insbesondere die frühzeitige Aktivierung des gegenzyklischen Kapitalpuffers (CCyB) fördert die Widerstandsfähigkeit des Bankensektors, indem sie die Verfügbarkeit ausreichenden Kapitals sicherstellt, das im Falle von (auch nicht-finanziellen) Schocks freigegeben werden kann. Dieser Ansatz unterstützt die Geldpolitik dabei, sich ausschließlich auf ihr Hauptziel der Preisstabilität zu konzentrieren und so das Potenzial für Konflikte zwischen Preisstabilität und Finanzstabilität weitgehend auszuschließen.