Die Entscheidung der israelischen Regierung, die Hilfsorganisation der Vereinten Nationen für Palästina-Flüchtlinge (UNRWA) zu verbieten, wird als äußerst verantwortungsloses Vorgehen angesehen, das die Hilfe für bedürftige Palästinenser lahmlegen wird. Dieser Schritt ist Teil eines größeren Trends, bei dem die rechtsgerichtete Regierung Israels immer stärker die Vereinten Nationen attackiert und das Land auf den Weg zum Schurkenstaat führt. Die Regierung unter Premierminister Benjamin Netanyahu zeigt eine unverschämte Missachtung globaler Normen für Menschenrechte, Konflikte und Diplomatie. Die aktuelle Krise begann mit einem Hamas-Angriff in Israel, bei dem 1.200 Menschen starben, aber Israels Reaktion war völlig unverhältnismäßig und führte zu Tausenden von zivilen Opfern. Der Menschenrechtschef der UN hat Israels Militär dafür kritisiert, die Bevölkerung im Norden Gazas zu bombardieren, zu belagern und dem Hungertod auszusetzen, wobei Beweise für Genozid-Vorwürfe gegen Israel zunehmen. Israel hat auch UN-Mitarbeiter in Gaza getötet und UN-Stützpunkte im Libanon angegriffen, und offizielle Vertreter werfen der UN oft Antisemitismus vor. Der UN-Generalsekretär wurde kürzlich von Israel boykottiert, weil er den Raketenangriff Irans auf Israel nicht vollständig verurteilt hat. Das Verbot der UNRWA wird die humanitäre Krise in Gaza nur verschärfen. Die internationale Gemeinschaft sollte sich Sorgen um Israels Abdriften von internationaler Rechenschaftspflicht und Missachtung der Menschenrechte machen. Die Lage in Gaza ist katastrophal und erfordert eine gemäßigtere und verhältnismäßigere Reaktion Israels, um weiteres Leid zu vermeiden.
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The Guardian view on Israel v the UN: the making of an outlaw state | Editorial
