Edward Youde Voliere in Hongkong
Benannt nach Sir Edward Youde, dem Gouverneur von Hongkong von 1982 bis 1986, wurde die Edward Youde Aviary erstmals 1992 eröffnet und ist mit einer Fläche von 32.000 Quadratfuß nach wie vor die größte Voliere in Südostasien. Nach einer umfassenden Renovierung wurde sie 2024 als üppiges Heiligtum in der südwestlichen Ecke des Hong Kong Parks wiedereröffnet.
Die Voliere beherbergt rund 530 Vögel aus 60 Arten, die meisten davon stammen aus den Regenwäldern Malesiens – einer Region, die sich von der malaiischen Halbinsel bis nach Borneo, Sumatra, Java, den Philippinen und Neuguinea erstreckt. Zu den bemerkenswerten Bewohnern gehören die vom Aussterben bedrohte Balistar, die ungewöhnliche Scheepmaker-Krontaube und der farbenprächtige Regenbogenlori. Nashornvögel, natürliche Feinde der kleineren Vögel der Voliere, sind in einem separaten Gehege untergebracht.
Die Struktur selbst ist ebenso beeindruckend wie die Sammlung, die sie beherbergt: Vier hoch aufragende Bögen tragen ein Edelstahlnetz, das 30 Meter über einem natürlichen Tal gespannt ist und einen Freiluftbereich schafft, in dem tropische Elemente frei fließen, während die Vögel sicher im Inneren bleiben. Die Innenlandschaft ist sorgfältig mit Feigen, Kapok, Kerzennuss und anderen Regenwaldbäumen bepflanzt, wobei Sträucher, Laubstreu, Wasserfälle und Teiche den Lebensraum vervollständigen.
Die Besucher betreten die Voliere über einen erhöhten Holzsteg, der sich durch das Blätterdach schlängelt und hautnahe Begegnungen mit Vögeln ermöglicht, die vorbeiflittern oder von aufgehängten Tabletts fressen. Die Geräusche von Flügeln, Vogelgesang und fallendem Wasser hallen wider und mildern sogar den Anblick von Wolkenkratzern, die durch das Netz hindurch zu sehen sind.
Obwohl die Edward Youde Aviary nur wenige Schritte vom geschäftigen CBD von Central entfernt ist, erinnert sie an einen unberührten Regenwald – ein arkadisches Refugium, in dem die Rhythmen der Natur die Stadt für einen Moment übertönen. Ein vollständiges Regenwald-Ökosystem versteckt im Herzen einer Finanzmetropole, in der Nashornvögel und Loris vor dem Hintergrund von Stahltürmen dahinfliegen. Es ist ein Heiligtum in aller Augen, eine Erinnerung daran, dass selbst in einer der geschäftigsten Städte der Welt die Wildnis immer noch Wurzeln schlagen und gedeihen kann.