Ein neues Licht auf neuronale ... Notiz

Ein neues Licht auf neuronale Verbindungen

Antoine van Leeuwenhoek war die erste Person, die mithilfe eines selbstgebauten Lichtmikroskops mikroskopische Ansichten von Bakterien, roten Blutkörperchen und Spermien dokumentierte. Die Lichtmikroskopie ist seitdem zu einer grundlegenden Technik in den Laboren der Biowissenschaften geworden, konnte aber nicht in den Bereich der Konnektomik eindringen. Konnektomik ist ein Bereich der Neurowissenschaften, der sich auf die Elektronenmikroskopie verlassen hat, die teure und hochspezialisierte Ausrüstung erfordert. Forscher haben nun eine Methode namens LICONN entwickelt, die die Lichtmikroskopie verwendet, um umfassend alle Neuronen und ihre Verbindungen in einem Block von Mausgehirngewebe abzubilden. Dies wurde durch die Anpassung mehrerer etablierter Techniken und deren Kombination in einem einzigen Arbeitsablauf erreicht. Die Methode beinhaltet die physikalische Ausdehnung des Gehirngewebes unter Beibehaltung der strukturellen Integrität und die chemische Markierung aller Proteine, um einen Bildkontrast zu erzeugen. Die Forscher validierten LICONN durch die Bereitstellung einer automatisierten Rekonstruktion eines fast eine Million Kubikmikron großen Volumens der Maus-Hirnrinde und demonstrierten, dass es vergleichbar gut wie die auf Elektronenmikroskopen basierende Konnektomik funktioniert. LICONN eröffnet die Möglichkeit, gleichzeitig strukturelle und molekulare Informationen in einer Gewebeprobe zu messen und ermöglicht so grundlegend neue Möglichkeiten, die Funktionsweise des Gehirns zu verstehen. Die Forscher arbeiten nun daran, LICONN zu skalieren, um Daten aus größeren Gewebevolumen zu erfassen, und arbeiten in Projekten zusammen, um ein Mausgehirn abzubilden und zu verstehen, wie sich Gehirnstrukturen im Kontext von Krankheiten wie Alzheimer verändern.
CdXz5zHNQW_54bPA5njZM.png