Fiskalische Bremse in Theorie ... Notiz

Fiskalische Bremse in Theorie und Praxis: Eine europäische Perspektive

Dieser Artikel präsentiert eine umfassende Charakterisierung des „Fiscal Drag“ – der Erhöhung der Steuereinnahmen, die auftritt, wenn nominale Steuerbemessungsgrundlagen wachsen, aber nominale Parameter progressiver Steuergesetzgebung nicht entsprechend angepasst werden – in 21 europäischen Ländern unter Verwendung eines Mikrosimulationsansatzes. Zunächst schätzen wir die Steuer-zu-Bemessungsgrundlagen-Elastizitäten und zeigen, dass die in die persönliche Einkommensteuer jedes Landes eingebaute Progressivität Elastizitäten von etwa 1,7–2 für viele Länder induziert, was auf ein Potenzial für große Fiscal-Drag-Effekte hindeutet. Wir zerlegen diese Elastizitäten, um eine deutliche Heterogenität in ihren zugrunde liegenden Mechanismen (Steuerklassen oder Steuerabzüge und -gutschriften) über Einkommensquellen (Arbeit, Kapital, Selbstständigkeit, öffentliche Leistungen) und über die individuelle Einkommensverteilung hinweg aufzuzeigen. Zweitens erweitern wir die Analyse über diese Elastizitäten hinaus, um den Fiscal Drag in der Praxis zwischen 2019 und 2023 zu untersuchen, wobei wir das beobachtete Einkommenswachstum und Gesetzesänderungen berücksichtigen. Wir quantifizieren die tatsächlichen Auswirkungen des Fiscal Drag und das Ausmaß, in dem die Regierungspolitik ihn ausgeglichen hat, entweder durch Indexierung oder andere Reformen. Unsere Ergebnisse liefern neue Erkenntnisse über die fiskalischen und verteilungspolitischen Auswirkungen des Fiscal Drag in Europa sowie nützliche Statistiken für die Modellierung der öffentlichen Finanzen.