Für wen die Rechnung schellt: Umverteilungskonsequenzen eines monetär-fiskalischen Stimulus
Während der COVID-19-Pandemie erhöhten die Regierungen im Euroraum ihre Ausgaben stark, während die Europäische Zentralbank die Finanzierungsbedingungen lockerte. Wir nutzen diese Episode, um zu bewerten, wie ein solcher konzertierter monetärer und fiskalischer Stimulus das Wohlergehen zwischen verschiedenen Alterskohorten umverteilt. Unsere Bewertung umfasst nicht nur die Einkommensseite der Haushaltsbilanzen (hauptsächlich direkte Effekte von Transfers), sondern auch die weniger offensichtliche Finanzierungsseite, die in erheblichem Umfang indirekte Effekte aufwies (mit einer prominenten Rolle der Inflationssteuer). Mithilfe eines quantitativen Lebenszyklusmodells und unter der Annahme, dass der Defizit teilweise durch zukünftige Steuern nicht finanziert wurde, dokumentieren wir, dass junge Haushalte von dem Stimulus profitierten, während mittelalte und ältere Agenten hauptsächlich die Rechnung bezahlten. Entscheidend ist, dass der größte Teil der Wohlfahrtsverteilung auf indirekte Effekte im Zusammenhang mit der makroökonomischen Anpassung zurückzuführen war, die sich aus dem Stimulus ergab. Als Folge davon verringerte sich das Wohlergehen einiger, obwohl alle Alterskohorten erhebliche Transfers erhielten.