Handelskriege und globale Spillover-Effekte. Eine quantitative Bewertung mit ECB-global
Diese Arbeit untersucht die makroökonomischen Auswirkungen erheblicher Zölle, die von der zweiten Trump-Administration auf Importe aus China und dem Euroraum erhoben wurden, und deren Transmission durch direkte und indirekte Kanäle. Unter Verwendung des semi-strukturellen Modells ECB-Global 3.0 zeigen wir, dass Zölle die US-Importpreise erhöhen und zu einer restriktiveren US-Geldpolitik führen, wobei das Managed Float des Renminbi die negativen Auswirkungen in China teilweise ausgleicht, während die Aufwertung des Dollars die Wettbewerbsfähigkeit der US-Exporte untergräbt. Im Euroraum bietet die Euro-Abwertung eine begrenzte Produktionsunterstützung, verstärkt aber die importierte Inflation und löst zusätzliche geldpolitische Straffungen aus. Wir bewerten die Sensitivität dieser Ergebnisse gegenüber wichtigen Annahmen, wie z. B. der globalen Verstärkung der Inflation über die dominierende US-Dollar-Fakturierung, der teilweisen Handelsumlenkung und alternativen geldpolitischen Rahmenbedingungen, die die geldpolitische Straffung und die Produktionskontraktion abschwächen. Quantitative Bewertungen der bis zum 26. Mai 2025 erlassenen Zölle und eines Eskalationsszenarios deuten auf erhebliche globale Produktionsverluste und erhöhten Inflationsdruck hin, was weitreichende Zinserhöhungen erforderlich macht. Eine weitere Eskalation des Handelskonflikts verstärkt diese Effekte. Diese Ergebnisse quantifizieren die wirtschaftlichen Kosten von zollbedingten Handelsstreitigkeiten und verdeutlichen die Herausforderungen, vor denen die Zentralbanken bei der Bewältigung des Zielkonflikts zwischen Preisstabilität und Wachstum stehen.