Heterogene Vermittler bei der Übertragung von Zentralbankkäufen von Unternehmensanleihen
Diese Arbeit untersucht die Rolle von Finanzintermediären bei der Transmission von Unternehmensanleihenkäufen durch Zentralbanken auf die Anleiherenditen. Im Gegensatz zu den üblichen Erwartungen stellen wir fest, dass Investmentfonds – die typischerweise als preiselastiche Investoren angesehen werden – die Auswirkungen dieser Interventionen auf die Anleiherenditen eher verstärken als dämpfen. Nach den Ankündigungen von Unternehmensanleihenkäufen der EZB in den Jahren 2016 und 2020 verzeichneten Anleihen, die überwiegend von Investmentfonds gehalten wurden, deutlich stärkere und anhaltendere Rückgänge der Renditen im Vergleich zu Anleihen, die von preisunelastischen Investoren wie Versicherungsgesellschaften gehalten wurden, selbst nach Berücksichtigung einer breiten Palette von Anleihemerkmalen. Anhand zusätzlicher empirischer Beweise und eines Gleichgewichtsmodells für die Preisbildung von Vermögenswerten zeigen wir, dass die zustandsabhängige Natur der Politik die wahrgenommene Marktunsicherheit für prozyklische Investoren wie Investmentfonds reduziert, wodurch die Nachfrage steigt und die Risikoprämien sinken.