Höhere Ordnungsexpositionen Notiz

Höhere Ordnungsexpositionen

"Traditionelle Finanzexpositionsmaße konzentrieren sich hauptsächlich auf direkte Verluste durch Kontrahentenausfall. Nach der Finanzkrise 2007-2008 erkannte man die Bedeutung indirekter Expositionen durch gemeinsame Vermögenswerte an. Dennoch berücksichtigen weder direkte noch indirekte Maße vollständig Verluste, die durch Schockausbreitung und -verstärkung nach einem Ausfall entstehen. Dieses Papier führt "höhere Ordnungsexpositionen" ein, um diese Übertragungsverluste zu erfassen, und schlägt eine Methode für ihre Quantifizierung vor. Mit Hilfe detaillierter Daten aus den Banken- und Investmentfondssektoren Südafrikas wurde ein Kontagionsmodell eingesetzt, um gemeinsame Kontagionskanäle und ihre Interaktionen zu untersuchen. Die Studie zeigt, dass höhere Ordnungsexpositionen einen wesentlichen Anteil der gesamten Expositionen ausmachen, insbesondere während finanzieller Belastungen. Darüber hinaus können diese höheren Ordnungsexpositionen nicht allein durch direkte oder indirekte Maße vorhergesagt werden, da sie stark von Netzwerkstruktur und institutioneller Widerstandsfähigkeit beeinflusst werden. Die Forschung unterstreicht die Notwendigkeit, direkte, indirekte und höhere Ordnungsexpositionen bei der Gestaltung und Implementierung regulatorischer Werkzeuge zu berücksichtigen. Diese Werkzeuge umfassen großzügige Expositionsbeschränkungen, Kapitalanforderungskalibrierung, Stresstests und Abwicklungplanung. Die Vernachlässigung höherer Ordnungsexpositionen könnte zu unzureichender Regulierung und ineffektiver Krisenbewältigung führen."