Makroprudenzielle Politik, Gel... Notiz

Makroprudenzielle Politik, Geldpolitik und nicht-bankmäßige Finanzintermediation

Diese Arbeit untersucht das Zusammenspiel von makroprudenzieller Politik, Geldpolitik und dem Nichtbanken-Finanzintermediationssektor (NBFI), gestützt auf aktuelle Forschungsergebnisse und insbesondere auf Erkenntnisse aus dem Euroraum. Sie dokumentiert das Wachstum des NBFI-Sektors in den letzten zwei Jahrzehnten und seine besondere Rolle bei der Finanzierung der Realwirtschaft, bewertet systemische Risiken, die von diesem Sektor ausgehen können, untersucht seine Wechselwirkungen mit der Geldpolitik und erörtert die Implikationen für die makroprudenzielle Regulierung. Unternehmen wenden sich zunehmend an die Kapitalmärkte zur Fremdfinanzierung, wodurch der NBFI-Sektor seine Kreditvergabe an die Realwirtschaft im Verhältnis zu Banken erhöht. Gleichzeitig ging das Wachstum der marktgestützten Finanzierung mit erhöhten Liquiditäts- und Kreditrisiken im NBFI-Sektor sowie mit Bereichen hoher Verschuldung einher. Die Geldpolitik hat sich ebenfalls mit diesen Dynamiken überschnitten. Jüngste Episoden haben gezeigt, dass Schwachstellen im NBFI-Sektor Marktdynamiken verstärken und in einem stark vernetzten Finanzsystem systemische Risiken schaffen können. Vor diesem Hintergrund sollte die Widerstandsfähigkeit des NBFI-Sektors, auch aus makroprudenzieller Sicht, gestärkt werden, um die Finanzstabilität und die reibungslose Übertragung der Geldpolitik zu unterstützen. Mehrere offene Fragen und Herausforderungen bleiben für zukünftige Forschung und Politikgestaltung bestehen.