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Patriot von Alexei Nawalny - Rezension - Letztes Testament

Die Memoiren des verstorbenen russischen Aktivisten sind ein aufschlussreicher, scharfer, ja sogar humorvoller Bericht über seinen Kampf gegen das Regime von Putin – und eine Warnung an die Welt Alexei Nawalny sah gerade seine Lieblings-Zeichentrickserie Rick und Morty, als er sich plötzlich unwohl fühlte. Er war 21 Minuten in einer Folge, in der Rick sich in eine Gurke verwandelt. Der verstorbene russische Oppositionsführer war auf einem Flug zurück nach Moskau, nachdem er für die Regionalwahlen in der sibirischen Stadt Tomsk im August 2020 Wahlkampf gemacht hatte. Es war offensichtlich, dass etwas nicht stimmte, und Nawalny taumelte zur Toilette. Dort, so erinnert er sich, hatte er die düstere Erkenntnis: „Ich bin erledigt.“ Er sagte einem skeptischen Steward, dass er vergiftet worden sei, und legte sich dann ruhig in den Gang, mit dem Gesicht zur Wand. Sein Leben flimmerte nicht vor seinen Augen. Stattdessen vergleicht er seine Erfahrung des Todes – oder des fast-Todes, wie es sich herausstellte – mit etwas aus einer dunklen Fantasy. Es war, als ob er von einem Dementor geküsst und ein Nazgûl in der Nähe stünde.
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Patriot by Alexei Navalny review – last testament
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