Wachstumspotenziale nutzen? EU-Investitionsprogramme und Unternehmensleistung
Diese Studie evaluiert die Wirksamkeit der EU-Kohäsionspolitik als Investitionsprogramm und nutzt einen neuartigen Datensatz, der firmenebene Daten aus Orbis mit projektebenen Informationen aus der Kohesio-Datenbank verknüpft. Sie konzentriert sich auf zwei Kernfragen: (1) Welche Unternehmen erhalten EU-Fördermittel? (2) Wie wirkt sich der Erhalt von EU-Fördermitteln auf die Unternehmensleistung aus? Durch die Anwendung eines Logit-Modells und eines lokalen Projektions-Differenz-von-Differenzen-Ansatzes liefern wir neue Erkenntnisse über die Allokationsmechanismen von EU-Kohäsionsmitteln und deren Auswirkungen auf Unternehmensebene. Unsere Ergebnisse zeigen, dass Mittel tendenziell an Unternehmen vergeben werden, die bereits relativ gut abschneiden, und dass Unternehmen, die EU-Fördermittel erhalten, nach 4 Jahren eine anhaltende Produktivitätssteigerung von etwa 3 % verzeichnen, wobei kleinere und finanziell stärker eingeschränkte Unternehmen relativ größere Verbesserungen erfahren. Darüber hinaus tendiert die Förderung, die auf „KMU-Investitionen“ abzielt, dazu, die Unternehmensleistung unverhältnismäßig stärker zu steigern als andere Kategorien, während Projekte, die auf den „grünen Wandel“ ausgerichtet sind, vergleichsweise weniger vorteilhaft zu sein scheinen.