Versteckt auf einer dänischen Insel in der Ostsee liegt ein kleiner Friedhof, der eine oft übersehene Geschichte birgt. In der Nähe der malerischen gelben Kirche im Küstendorf Allinge auf der Insel Bornholm befindet sich die letzte Ruhestätte von russischen Soldaten der Sowjetunion, die zwischen Mai 1945 und April 1946 auf der Insel starben.
Der V-E-Tag, oder Tag des Sieges, markiert die Kapitulation Deutschlands gegenüber den Alliierten am 8. Mai 1945. Warum sollten dann sowjetische Truppen in Dänemark nach dem Kriegseintritt stationiert gewesen sein?
Im Mai 1945, während der Rest Dänemarks die Befreiung von der Nazi-Besatzung feierte, erlebte Bornholm eine andere Realität. Russische Truppen besetzten die Insel am 9. Mai und bis zum 5. April 1946 waren bis zu 800 Soldaten gleichzeitig auf der Insel stationiert.
Auf Anfrage der sowjetischen Behörden wurden die während der Besatzung verstorbenen Soldaten nahe der Allinge-Kirche begraben, in dem, was als russischer Friedhof (den russiske kirkegård) bekannt wurde, der sich außerhalb des geweihten Kirchengeländes befindet. Keiner der Soldaten starb im Kampf, sondern an anderen Ursachen.
Im Zentrum des Friedhofs steht ein 12 Fuß (4 Meter) hoher granitener Obelisk. Heute befinden sich 29 Gräber auf dem Friedhof, alle ohne Kreuze, aber markiert durch Bäume.
Unvorsichtige Besucher könnten ohne einen zweiten Blick vorbeigehen. Ein genauerer Blick offenbart jedoch einen Ort, der von relativ neuer Geschichte durchdrungen ist und zum Nachdenken über Ereignisse von geopolitischer Bedeutung anregt.
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The Russian Cemetery in Allinge in Allinge, Denmark
